Ein Tag von mir als Alltagshelfer und Betreuer

Beitragsbild: Ein Tag von mir als Alltagshelfer und Betreuer

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Alltagshelfer beschreibt seinen Arbeitstag bei der Seniorenhelfer Sachsen GmbH
  • Alltagsbegleitung umfasst Gartenarbeit, Hauswirtschaft, Begleitung und Gesellschaft im häuslichen Umfeld
  • Der Kontakt zu Patientinnen erfordert Fingerspitzengefühl, Vertrauen und viel Geduld
  • Jeder Einsatz ist eine neue Herausforderung mit Abwechslung zwischen Entlastung und Betreuung

Der Frühling scheint langsam Einzug zu halten. Gegen sieben Uhr in der Früh starte ich mit dem Rennrad zum ersten Einsatz des Tages. Der große Rucksack ist vollgepackt mit allerlei Werkzeug. Mein Name ist André Eichhorn, ich arbeite seit geraumer Zeit für die Seniorenhelfer Sachsen GmbH und beginne meinen Tag meist mit einer solchen Fahrt zum ersten Einsatz. Die Seniorenhelfer Sachsen GmbH nimmt sich der Versorgung und Betreuung hilfsbedürftiger Menschen an, meist im häuslichen Umfeld, um ihnen den Alltag in den eigenen vier Wänden oder in der Mietwohnung so lange wie möglich zu erleichtern.

Hecke roden und der Mann, der die Sicht vermisst

Die Aufgabe hier ist das Entfernen einer überflüssigen, unansehnlichen, wild verzweigten Hecke im Eingangsbereich eines Hauses. Ich schreite zur Tat. Der Patientin war das Gewächs schon länger ein Dorn im Auge. Säge und Baumschere gezückt, und die Arbeit ist rasch erledigt.

Dem Mann der Patientin wiederum, ebenfalls ein Patient von mir, missfiel die Aktion. Unnötige Arbeit in seinen Augen.

Umso mehr freut es mich, wenn er jetzt ab und zu im Schein der Sonne auf der Bank neben der Eingangstür sitzt und ungehindert seine Blicke schweifen lassen kann, ohne dass die Hecke ihm die Sicht versperrt.

Wie der Kontakt zu meiner zweiten Patientin entstand

Zu meiner Tätigkeit als Alltagsbegleitung zählen unter anderem das Begleiten zum Einkaufen oder zu Arztbesuchen, aber auch Hilfe im Haushalt oder auf dem Grundstück, oder einfach nur Gespräche führen und Gesellschaft leisten. Nur um einige Beispiele zu nennen. Meine Arbeit ist dadurch sehr vielseitig und interessant, mit einer feinen Würze an Spaß und Freude. Auch wenn ich mitunter auf schwer durch Schicksale gezeichnete Menschen stoße. Nicht nur ältere Menschen brauchen unsere Unterstützung und Hilfe.

Vor einiger Zeit kamen wir zum ersten Mal in Kontakt. Leider war sie im Vorfeld von einem Vorgängerbetreuungsdienst etwas enttäuscht worden. Somit war die erste Kontaktaufnahme eher verhalten und reserviert. Für mich als damaligen Neueinsteiger eine ziemlich unangenehme Situation. Bis zu diesem Tag hatte ich es nur mit Neukunden zu tun bekommen, ohne andere Hilfsdienste im Vorfeld.

Das Verhältnis zwischen ihr und mir sollte sich allerdings rasch im Laufe der nächsten Wochen ändern. Was zu erledigen war, geschah und geschieht immer noch zügig, ordentlich und ganz in ihrem Interesse. Aufgaben werden im Vorfeld abgestimmt und zeitlich eingetaktet, egal ob es Arbeiten im Freien oder im Haus sind. Nach getaner Arbeit führen wir oft angeregte Gespräche. Dass wir dabei auf demselben Niveau über Gott und die Welt reden können, macht einfach riesige Freude. Ihre direkte, ehrliche Art imponiert mich dabei immer wieder, auch mir gegenüber. Aber nur so lernt man Dinge ändern oder abstellen.

Alltagsbegleitung vom Garten ins Haus

Und zu ihr war ich an diesem Tag, mittlerweile in kurzen Sachen, als nächstes unterwegs: ein tolles Haus mit großem Grundstück, wenige Kilometer entfernt. Es freut mich jedes Mal, wenn ich sie begrüßen kann. Sie ist schwer erkrankt und im Alltag auf Unterstützung angewiesen.

Wer so viel überstanden und so viel durchlebt hat, muss schon ziemlich stark sein. Und das ist sie. Sie kämpft sich durch jeden Tag. Und ab und zu komme dann ich vorbei, um ihr kleine Freuden im Alltag zu bereiten. Sei es der Kampf im Garten gegen lästiges Grün, Hauswirtschaft im Haus oder Verschönerungsarbeiten. Auch Weihnachten und Ostern wird zusammen geschmückt. Zusammen dabei immer, solange sie es kräftemäßig durchhält.

An diesem Tag möchte sie Styroporplatten an die Garagendecke geklebt bekommen, welche sich unter der Stube befindet. Das benötigte Material dazu hatte ich bereits im Vorfeld organisiert und angeliefert. Das benötigte Werkzeug befindet sich in meinem Rucksack. Der Wunsch, die Hoffnung von ihr, ist, dass somit etwas die aufsteigende Kälte gedämmt wird. Eine tolle und nützliche Arbeit. Der Frühling lacht einem entgegen und die Arbeit erscheint ziemlich lustig. Ich gehe in kurzen Sachen zu Werke. Da konnte ja keiner ahnen, was die nächsten Wochen mit sich bringen würden: Kälte und Schnee.

Das Zuschneiden der Platten ist mühselig und die lästigen Krümel vom Sägen verteilen sich überall. Auch der Kleber reicht gerade so. Die Angabe auf dem Behälter ist ziemlich vage. Nichtsdestotrotz lacht mich am Ende des Tages eine fertig verkleidete Decke an. Reste verschwinden in der Tonne und der Staubsauger bekommt anschließend ebenfalls genug zu tun.

Für eine der nächsten Arbeiten liegt das Material auch schon auf dem Hof: zehn Säcke Rindenmulch. Der Termin hierfür muss nur noch abgestimmt werden, mit Abstimmung von beiden Seiten. Freie Termine meinerseits und geeignete Tage ihrerseits. Nach den jeweiligen Tätigkeiten wird ein Abrechnungszettel für die Pflegekasse ausgefüllt. Manchmal die einzige Gelegenheit für ein kurzes Gespräch.

An jenem Tag hat die Arbeit einiges an Zeit in Anspruch genommen, somit ist der organisatorische Teil eben nur der kurze Moment zum Unterhalten. Eine kleine Bitte hat sie noch: zwei Briefe müssen in den Postkasten. Selber kann sie das Haus leider nicht mehr verlassen und ist jedes Mal auf fremde Hilfe angewiesen.

Die wenigen Male, die ich da zur Hilfe schreiten kann, sind dann glaube ich immer wieder eine wahre Freude für sie.

Warum ich diese Arbeit mit Begeisterung mache

Der nächste vereinbarte Termin, zum Wiederherrichten der Dekoration in der Garage, steht an. Doch an diesem Tag muss sie kurzfristig ins Krankenhaus.

Wir bleiben per Nachrichten in Kontakt. Dies sogar, wenn auch nur kurzen Inhaltes, bereits am selben Abend. In den folgenden Tagen und Wochen werden die Mitteilungen länger und hoffnungsvoller. Der Tag ihrer Rückkehr nach Hause steht nach vielen Wochen tatsächlich bevor.

Was die Arbeiten seither betrifft: Sie sind mehr zielorientiert und nützlicher. Bestehende Termine einzuhalten ist sehr wichtig geworden. Ständige Verschiebungen, sei es durch die Schule, lange Staus auf der Autobahn, das Wetter oder ähnliches, bedeuten sehr viel Stress für sie. Mit spontanen Terminen sieht es genauso aus. Ich hoffe, sie auf jeden Fall noch so lange wie möglich in ihren eigenen vier Wänden unterstützen zu können. Auch wenn ich sie kaum noch in die Aufgaben mit einbeziehen kann.

Was mich persönlich betrifft: Mir macht meine Arbeit sehr viel Spaß. Ich bin mit Begeisterung bei der Sache und durch die Arbeit sehr gereift. Der Umgang mit den einzelnen Patienten ist oft sehr lehrreich. Sei es aus den Geschichten ihrer Vergangenheit, ihrem damaligen Arbeitsleben oder ihrem jetzigen zu bewältigenden Alltag mit diversen Einschränkungen. Durch ihre Erfahrungen aus dem Leben, welche sie bereitwillig mit mir teilen, lerne ich ständig Neues dazu. Wie der Umgang mit diversen Werkzeugen, Haushaltgeräten, Putzutensilien, Verhaltensweisen in verschiedenen Lebenssituationen und so weiter.

Jeder Tag, jeder Einsatz ist immer wieder eine neue Herausforderung und Entdeckungstour. Nicht jeder Einsatz und jeder Patient ist gleich. Krankheiten und Schmerzen können einen Menschen schnell verändern. Mit diesen immer wieder neu entstehenden Situationen umgehen zu können, erfordert ein gewisses Maß an Fingerspitzengefühl und Verständnis. Bisher ist mir dies stets gut gelungen und stieß damit auch überwiegend nur auf Zufriedenheit und Dankbarkeit bei den Patienten.

Es ist ein tolles Gefühl, ihnen ein Stück Lebensfreude wiedergeben zu können, zumal ich auch immer wieder bei gewissen Tätigkeiten versuche, sie zum Mitmachen zu animieren. Gemeinsam schaffen, lachen und fröhlich sein. So fahre auch ich glücklich und zufrieden nach Hause und freue mich auf den nächsten Tag. Die Gestaltung meines Arbeitsalltags liegt in meiner Hand. Somit kann ich mich immer richtig auf den nächsten Einsatz und seine Herausforderung einstellen. Abwechslung zwischen Freud und Leid, Entlastung oder Betreuung einrichten.

Häufig gestellte Fragen

Was genau umfasst Alltagsbegleitung für hilfsbedürftige Menschen?

Die Alltagsbegleitung reicht von der Hilfe im Garten und im Haushalt über das Begleiten zu Arztbesuchen bis zum reinen Gesellschaft leisten. Die Aufgaben werden individuell abgestimmt und zeitlich eingeplant, damit sie zum Alltag der betreuenden Person passen.

Kann Alltagsbegleitung auch für jüngere Menschen sinnvoll sein?

Ja, denn nicht nur ältere Menschen brauchen Unterstützung. Wie der Artikel zeigt, kann Alltagsbegleitung auch für jüngere Menschen mit Unterstützungsbedarf ein wichtiges Stück Lebensqualität im Alltag bedeuten, etwa durch Gartenarbeit oder Gesellschaft.

Wie wird die Alltagsbegleitung gegenüber der Pflegekasse abgerechnet?

Nach den jeweiligen Tätigkeiten wird ein Abrechnungszettel für die Pflegekasse ausgefüllt. Die genauen Voraussetzungen und Modalitäten der Abrechnung klären Sie am besten direkt mit der zuständigen Pflegekasse oder einem Beratungsdienst.

Sie oder Ihre Angehörigen benötigen Unterstützung im Alltag?

Ob in Pirna, in der Sächsischen Schweiz oder in Ihrer Nachbarschaft – die Seniorenhelfer Sachsen GmbH steht Ihnen und Ihren Angehörigen mit Herz, Zeit und Erfahrung zur Seite. Wir kommen direkt zu Ihnen nach Hause und bieten Pflegeberatung, Alltagsbegleitung, Haushaltshilfe, Demenzbetreuung und vieles mehr – individuell abgestimmt auf Ihre Situation.

Telefon: 0152 595 866 56
E-Mail: Info@Seniorenhelfer-Sachsen.de

Kontaktieren Sie uns gerne telefonisch, per E-Mail oder über unser Kontaktformular.

Glossar

Alltagsbegleitung
Unterstützung im Alltag, die sich von der Pflege unterscheidet und Aufgaben wie Einkaufen, Gartenarbeit, Hauswirtschaft oder Gesellschaft umfasst.
Betreuung
Begleitung und Zuwendung für hilfsbedürftige Menschen im häuslichen Umfeld, die über reine Krankenpflege hinausgeht.
Entlastung
Hilfe, die den Betroffenen oder deren Angehörigen den Alltag erleichtert und Raum für Erholung schafft.
Hauswirtschaft
Alle Tätigkeiten rund ums Zuhause wie Putzen, Waschen, Kochen und Ordnung halten.
Rindenmulch
Ein Belag aus zerkleinerten Baumrinde, der im Garten zur Bodendecke und Unkrautunterdrückung verwendet wird.
Pflegedienst
Ein Dienstleister, der medizinische Pflegeaufgaben wie Wundversorgung oder Medikamentengabe im häuslichen Umfeld übernimmt.
Back To Top